Hamburger Projekt

Einen guten Schulabschluss machen und dann den richtigen Beruf finden – das ist nicht einfach, aber wichtig für das ganze Leben. Mit WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf will die ZEIT-Stiftung dazu beitragen, dass Jugendliche, die aus vielfältigen Gründen auf ihrem Bildungsweg wenig Unterstützung und Anregung erfahren, einen guten Schulabschluss erreichen, hilfreiche Orientierung erfahren und erfolgreich in das Berufsleben starten. Das Ziel: gute Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.

Dafür fördern Lehramtsstudierende, besonders Studierende der Berufspädagogik, als Mentor:innen die Jugendlichen – im Projekt Mentees genannt – sowohl in als auch außerhalb der Schule. Sie vermitteln den Mentees Lernstrategien und Wege, wie sie gut lernen, ihre schulischen Leistungen verbessern und einen guten Schulabschluss erreichen können.

Die Mentees nehmen pro Jahr an vier Schüler:innen-Workshops teil und lernen beispielsweise, wie sie richtig mit Geld umgehen, einen Handy-Vertrag abschließen, sich im Bewerbungsgespräch präsentieren, sich gesund ernähren, sich in einer Diskussion behaupten und ihre meine Meinung sagen oder wie sie „fake news“ von echten Nachrichten unterscheiden können. Neben den Schüler:innen-Workshops beteiligen sich die Mentees alle zwei Monate an weiteren Kulturangeboten und gehen gemeinsam mit ihren Mentor:innen auf Entdeckungstour in ihrer Stadt.

Möglich ist die Aufnahme ins Programm für Schüler:innen der Ausbildungsvorbereitung für Migrant:innen (AvM-Dual) an den berufsbildenden Schulen und in den Regelklassen der Jahrgänge 9 und 10 an den allgemeinbildenden Schulen. Die Mentees werden bis zu zwei Jahre lang mit vier Stunden pro Woche in der Schule und außerhalb unterstützt.

Alle Beteiligten bei WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf profitieren: Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen können ihre Potenziale besser entfalten, ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt. Die Eltern werden bei der Förderung ihrer Kinder unterstützt. Sie erleben, dass ihre Kinder gute Leistungen in der Schule erbringen können, dass mit ihnen wertschätzend kommuniziert wird und dass sie auf dem Weg in die Ausbildung individuell begleitet werden. Die Lehramtsstudierenden sammeln praktische Erfahrungen für ihren zukünftigen Beruf als Lehrkraft und erwerben für ihre Mentor:innentätigkeit Fähigkeiten, die ihnen auch auf ihrem persönlichen beruflichen Weg weiterhelfen.

Seit Anfang 2019 haben in Hamburg 625 Jugendliche, 197 Mentor:innen sowie 19 Partnerschulen am Projekt teilgenommen. Aktuell unterstützen 58 Studierende 173 Mentees an 7 Schulen.

Das Konzept von WEICHENSTELLUNG hat die ZEIT-Stiftung seit 2013 kontinuierlich mit allen beteiligten Pädagogik-Expert:innen und Projektpartner:innen an den verschiedenen Projektstandorten gemeinsam weiterentwickelt. (Mehr zum Konzept von WEICHENSTELLUNG)

Alle Infos, wie man bei WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf in Hamburg mitmachen kann, enthält der Flyer im Infocenter.

Neben Hamburg realisieren auch unsere Partner:innen in Bayern und Nordrhein-Westfalen (Köln) WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf.

625

Mentees


haben in Hamburg seit dem Start 2019 bereits von WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf profitiert.
197

Mentor:innen


begleiteten und unterstützten bisher die Schüler:innen beim Übergang von der Schule in das Berufsleben.
19

Partnerschulen


haben bisher in Hamburg an dem Projekt teilgenommen.

Förderung

Ein/e Mentor:in arbeitet mit drei Mentees, vorgeschlagen von der Klassenleitung der Partnerschule nach festgelegten Kriterien und einer kurzen (Video-)Bewerbung des empfohlenen Jugendlichen. Durchschnittlich begleiten die Studierenden ihre Mentees 16 Stunden im Monat.

Schüler:innen in den Regelklassen (9/10) an ausgewählten Stadtteilschulen und in der Ausbildungsvorbereitungsklassen (AVM) an den Beruflichen Schulen werden wie folgt gefördert:

  • zwei Stunden pro Woche im Unterricht
  • zwei Stunden pro Woche außerhalb des Unterrichts

 

Fachliche Unterstützung

Die Mentor:innen unterstützen

  • in den wichtigsten Unterrichtsfächern (Deutsch, Mathe, Englisch),
  • bei der Sprachförderung (Deutsch als Fremdsprache (DaZ) / Bildungssprache Deutsch),
  • bei der Vorbereitung auf Prüfungen (z. B. Sprachdiplom / Klassenarbeiten, Tests, Präsentationen)

damit die Mentees einen möglichst guten Schulabschluss erreichen.

 

Unterstützung über das Fachliche hinaus:

Die Mentor:innen

  • vermitteln ausgewählte Lernstrategien und -methoden,
  • stärken Lern- und Arbeitsverhalten und Selbstwirksamkeit,
  • bauen Motivation und ihr Selbstvertrauen auf,
  • stärken Kooperations- und Teamfähigkeit (angemessenes Auftreten, Konfliktfähigkeit, Toleranz) und
  • klären die Ziele ab, die jedes Mentee erreichen möchte.

Mit Blick auf den Übergang von der Schule in die Ausbildung bzw. in weiterführende Bildungsgänge

  • helfen sie bei der Suche nach einem Praktikumsplatz,
  • unterstützen bei der Durchführung und Nachbereitung des Praktikums (Berichtsheft während und nach dem Praktikum führen / Unterstützung bei der Vorbereitung der Praktikumspräsentation bzw. der „öffentlichen“ Präsentation der betrieblichen Lernaufgabe),
  • fördern die Motivation für eine Berufsausbildung,
  • helfen den Mentees in der Berufswegeplanung und beim Kennenlernen verschiedener Berufsbilder bzw. des dualen Berufsbildungssystem (auch unter dem Aspekt der offenen Berufswahl unabhängig von klassischen Geschlechterrollen),
  • arbeiten mit ihnen Stärken und Schwächen auf,
  • unterstützen die Mentees dabei, die eigenen Erwartungen und individuellen Fähigkeiten mit realistischen Berufswünschen abzugleichen,
  • helfen im Bewerbungs- und Vorstellungsverfahren (mündliche und schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf, Üben des Vorstellungsgesprächs und ggf. Begleitung beim Vorstellungsgespräch) und
  • begleiten die Mentees in der Übergangs- und Anschlussberatung sowie bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle.

 

Begleitprogramm und Ausflüge

Neben der Unterstützung in der Schule bzw. Ausbildung gehört zu WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf auch ein Begleitprogramm, das aus zwei Bausteinen besteht. Zum einen wird den Mentees jährlich die Teilnahme an vier Schüler:innen-Workshops zu Lebens- und Alltagskompetenzen ermöglicht. Dort lernen sie beispielsweise, wie sie richtig mit Geld umgehen, einen Handy-Vertrag abschließen, sich im Bewerbungsgespräch präsentieren, sich gesund ernähren, sich in einer Diskussion behaupten und ihre meine Meinung sagen oder wie sie „fake news“ von echten Nachrichten unterscheiden können.

Zum anderen gehen die Mentor:innen mit ihren Mentees auf Entdeckungstour in ihrer Stadt. Die gemeinsamen Ausflüge schaffen ein Miteinander zwischen Mentor:innen und Mentees und wecken auch Interesse für Kultur. Die Jugendlichen lernen ihre Stadt besser kennen, sehen ihre zentrale Orte sowie die Chancen und Erlebnisse, die sie bieten. In der Regel dauert die Entdeckungstour vier Stunden und findet meist am Wochenende statt.

Zudem steht den Mentees ein Budget für Bücher und Arbeitsmaterialien zur Verfügung. Je nach Bedarf und Wunsch vermitteln die Mentor:innen ihre Mentees auch in Sport- und Musikvereine.

Mentees

Die Auswahl

Die Empfehlung der Schüler:innen für die Aufnahme in das Programm als Mentees erfolgt nach ausgewählten Kriterien in der Regel durch die Klassenleitungen der WEICHENSTELLUNG-Partnerschulen. In Hamburg reichen die empfohlenen Jugendlichen zusätzlich eine Video- bzw. Kurzbewerbung ein. Sobald die Einverständniserklärung der volljährigen Schüler:innen bzw. der Eltern vorliegt, werden sie offiziell bei WEICHENSTELLUNG aufgenommen.

Teilnehmen können Schüler:innen, die …

  • Eigenmotivation für das Projekt mitbringen,
  • Entwicklungspotenzial haben,
  • motiviert und leistungsbereit sind, einen guten Schulabschluss zu erreichen und im Anschluss erfolgreich in die Berufsausbildung oder einen weiterführenden Bildungsgang zu starten und die
  • bereit sind, die Unterstützungsangebote anzunehmen, an den Schüler:innen-Workshops zu Lebens- und Alltagskompetenzen teilzunehmen und die begleitenden (kulturellen Ausflüge) verbindlich wahrzunehmen.

 

So profitieren die Mentees

Sie

  • erfahren, positiv zu denken und die neuen Herausforderungen anzugehen.
  • lernen, zu lernen – strukturiert, konzentriert und zielgerichtet.
  • erhalten Unterstützung beim Deutschlernen und in wichtigen Schulfächern.
  • haben mit ihren Mentor:innen eine Begleitung an ihrer Seite, die ihnen bei vielen Fragestellungen und Herausforderungen – schulischer, persönlicher oder familialer Art – als Bezugsperson zur Verfügung steht.
  • erhalten Orientierung ins Berufsleben und bei der Auswahl des passenden Berufs.
  • erfahren eine Sensibilisierung für Toleranz und Teilhabe in einer vielfältigen Demokratie.

Mentor:innen

Die Auswahl

Für die Auswahl der Mentor:innen gelten grundsätzlich folgende Kriterien:

Teilnehmen können Studierende, die …

  • Lehramt oder pädagogikaffine Studiengänge (insbesondere auch der Beruf- und Wirtschaftspädagogik; Bachelor- oder Master-Studium) studieren und möglichst über pädagogische Vorerfahrungen verfügen,
  • Interesse daran haben, während ihres Studiums intensive Praxiserfahrungen zu sammeln und diese in den begleitenden Supervisionen bzw. Coachings sowie Begleitseminaren und Fortbildungen zu reflektieren und zu erweitern,
  • zusätzlich zu ihrem Studium eine Kompetenzerweiterung in wichtigen pädagogischen Handlungsfeldern anstreben und die
  • sich gesellschaftlich engagieren wollen.

 

So profitieren die Mentor:innen

Sie

  • erwerben pädagogische Kompetenzen und sammeln praktische Erfahrungen für den zukünftigen Beruf.
  • erlernen grundlegende Kompetenzen für die Tätigkeit als Mentor:in.
  • erfahren, wie sie ihre Mentees zum Lernen motivieren können.
  • nehmen an einem Einführungsseminar teil (u. a. Planung von Fördereinheiten und Nutzung des Begleitprogramms), das sie gut auf ihre Tätigkeit vorbereitet.
  • nehmen an einem Seminar zu „Deutsch als Zweitsprache (DaZ)“ sowie nach Bedarf an weiteren Fortbildungen teil.
  • können sich in den regelmäßig stattfindenden Supervisionen an der jeweiligen Partnerschule mit anderen Mentor:innen und der/m Supervisor:in über ihre Erfahrungen austauschen und Feedback holen.
  • erhalten eine Aufwandsentschädigung.
„Ein großer Vorteil des Projektes besteht darin, in den Kleingruppen tragfähige und vertrauensvolle Beziehungen zu den Mentees aufbauen zu können. Wenn man dann noch als glaubwürdiges Vorbild akzeptiert wird, fällt die Vermittlung von Fachwissen viel leichter.”

(Alina Puczylowski, Mentorin)

Partnerschulen

Die Partnerschulen benennen eine/n Ansprechpartner:in, die/der das Projekt von Schulseite her koordiniert und die Informationsschnittstelle für die beteiligten Klassenlehrkräfte, die Mentor:innen und das WEICHENSTELLUNG-Team der ZEIT-Stiftung bildet.

Die Studierenden arbeiten eng mit den jeweiligen Klassenlehrkräften zusammen und treffen sich regelmäßig mit anderen Mentor:innen zu Supervisionen, die an den Partnerschulen durchgeführt werden.

WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf wird auch in Bayern und Nordrhein-Westfalen (Köln) umgesetzt.

Ihre Schule wünscht mehr Informationen zum Projekt? Dann melden Sie sich beim WEICHENSTELLUNG-Team.

WEICHENSTELLUNG-Team

Gesamtkoordination
Dr. Tatiana Matthiesen

Bereichsleiterin Bildung und Erziehung
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Hamburg
E-Mail: matthiesen@zeit-stiftung.de

Projektkoordination
Julie Demtröder

Referentin Bildung und Erziehung
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Hamburg
E-Mail: demtroeder@zeit-stiftung.de

Projektassistenz
Clara Hartmetz

Förderbereich Bildung und Erziehung
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Hamburg
E-Mail: team@weichenstellung.info

Rechnungswesen/Controlling
Jörn Ruge

Projektassistenz
Förderbereich Bildung und Erziehung
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Hamburg
E-Mail: ruge@weichenstellung.info

Rechnungswesen/Controlling
Judith Strand

Projektassistenz
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, Hamburg
E-Mail: strand@weichenstellung.info



Pädagogische Partnerschulkoordination und Fachberatung

Pädagogische Partnerschulkoordination
Hülya Derrien

Lehrerin für Deutsch, Spanisch und DAZ
Louise Weiss Gymnasium
E-Mail: huelya.derrien@lwg.hamburg.de  

Pädagogische Fachberatung
Sabine Bühler-Otten

Koordinatorin Internationale Vorbereitungsklassen
Louise Weiss Gymnasium
E-Mail: sabine.buehler-otten@lwg.hamburg.de

Partner:innen und Förder:innen

Das Projekt WEICHENSTELLUNG für Ausbildung und Beruf realisiert die ZEIT-Stiftung in Hamburg dank der Zuwendung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen der Initiative „Menschen stärken Menschen“.